Mit Köpfchen aus der Krise

[…] Was unsere Verhaltensweisen bestimmt, ist nicht so sehr „die Welt da draußen“, als vielmehr unsere Vorstellung davon – es sind die „Bilder in unseren Köpfen“, die wirklich zählen. Müssten wir also 2009 nur ununterbrochen das Mantra von der „Krise als Chance“ aufsagen, und schon würde alles besser? So einfach ist es sicher nicht. Schwierige Monate liegen hinter uns. Wo man auch hinsieht, sind Märkte in einer Geschwindigkeit und Tiefe eingebrochen, wie man es sich in den schlimmsten Träumen kaum hat vorstellen können. Kurzarbeit, Zwangsurlaub, Entlassungen prägen den Arbeitsmarkt. Staatliche Finanzierungshilfen überfluten den Geldmarkt. Wir stecken in einer Krise, ja. Aber dürfen wir deshalb ins andere Extrem verfallen und den Krisenbildern die Vorherrschaft in unseren Köpfen gewähren?

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Herbert Hainer, CEO von Adidas, hat Anfang 2009 drei Phasen der Krise unterschieden: Phase 1 – Angst und Schrecken; Phase 2 – Jammern und Selbstmitleid; Phase 3 – Kampf und Aufbruch. Noch immer lassen sich in Unternehmen alle diese Phasen beobachten. Einige befürchten weitere Abschwünge und kommen vor lauter Schrecken nicht vom Fleck. Andere jammern ob der schlechten Zeiten und reduzieren unter Schmerzen ihre Kosten. Wieder andere aber nehmen die Situation, wie sie ist, und versuchen nüchtern, das Beste daraus zu machen. Es sind diese Unternehmen, die als erste die Krise überwinden und als Gewinner aus ihr hervorgehen werden. Den Kampf aufzunehmen, ist der entscheidende erste Schritt. So schwierig es ist: Es kommt darauf an, mitten in der Krise zunächst die Krise in den Köpfen zu überwinden!

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Viele Unternehmen legen bislang den Schwerpunkt ihrer Krisenreaktion auf die Absenkung des Leistungsniveaus entsprechend der rückläufigen Nachfrage. Kurzarbeit und Kapazitätsabbau sind an der Tagesordnung. So vernünftig und notwendig eine solche Reaktion auch ist, so kurzsichtig kann sie sein. Wer die Krise im Kopf ad acta legt, sieht schwierige Situationen als Chance, mit den Problemen aufzuräumen, die man seit längerem mit sich herumträgt, aber aus verschiedensten Gründen nicht anpacken wollte. „Growth-oriented Restructuring“ ist das Schlagwort: Prozesse grundsätzlich verändern, Kosten senken, aber immer mit Blick auf das zukünftige Wachstum.

Den vollständigen Text finden Sie in Ausgabe 2/2009 von „The Performance Architect“.

Außerdem in der Rubrik „Titel“:

  • „Kosten muss man senken – aber intelligent“ – Interview mit Herbert Willerth, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Borealis Group
  • „Kooperation muss das Leitbild werden“ – Interview mit Prof. Dr. Gerald Hüther, Neurobiologe und Hirnforscher
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